Alle Statistiken und Grafiken für Messsystemanalyse, Typ 1

Hier finden Sie Definitionen und Anleitungen zur Interpretation für alle Statistiken und Grafiken, die für die Messsystemanalyse vom Typ 1 bereitgestellt werden.

Verlaufsdiagramm

Im Verlaufsdiagramm wird dargestellt, wie die Messwerte in Bezug auf den Referenzwert und den Toleranzbereich variieren. Die Beobachtungen werden in der Reihenfolge der Messvorgänge abgebildet. Suchen Sie anhand eines Verlaufsdiagramms nach Hinweisen auf eine systematische Messabweichung oder sonstige Streuung des Messsystems im Prozess.

Im Verlaufsdiagramm sind die dargestellten Punkte die einzelnen Messwerte des Standardteils in der Reihenfolge dar, in der sie erfasst wurden. Die grüne horizontale Referenzlinie (Ref) stellt den Referenzwert des von Ihnen angegebenen Standards dar. Die roten horizontalen Linien werden anhand des Referenzwerts und 10 % der Toleranz berechnet. Die Fläche zwischen den roten Linien stellt 20 % des Toleranzbereichs (±10 % des Toleranzbereichs) dar. Wenn alle dargestellten Punkte innerhalb von ±10 % des Toleranzbereichs liegen, ist das Messsystem fähig.

Referenz

Der Referenzwert ist der bekannte und korrekte Messwert für das Standardteil. Er fungiert in Messsystemanalysen als Masterwert in Vergleichen. So könnten Sie beispielsweise über ein Referenzteil mit einem bekannten Gewicht von 0,025 g verfügen, mit dem Ihre Waagen kalibriert werden.

Im Idealfall sollte der Referenzwert nahe der Mitte des Toleranzbereichs für das gemessene Merkmal liegen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Referenzwerte zu bestimmen. Diese können von Branchenstandards, dem jeweiligen Unternehmen sowie den Kundenerwartungen abhängen. Üblicherweise wird ein Referenzwert durch Berechnen des Durchschnitts wiederholter Messungen mit einem genaueren Messgerät ermittelt, oder es wird ein zertifizierter Laborstandard verwendet.

Mittelwert

Der Mittelwert stellt den Durchschnitt aller Messwerte des Standards dar. Hierbei handelt es sich um die Summe aller Messwerte dividiert durch die Anzahl der Messwerte.

StdAbw

StdAbw ist die Standardabweichung aller Messwerte vom Standard.

Die Standardabweichung ist das am häufigsten verwendete Maß für die Streuung bzw. die Streubreite der Daten um den Mittelwert. Eine größere Stichproben-Standardabweichung verweist darauf, dass die Daten breiter um den Mittelwert gestreut sind.

6 * StdAbw (SU)

Die Streuung in Untersuchung beträgt das Sechsfache der Standardabweichung.

Der Standardwert für die Streuung in der Untersuchung ist für jede Komponente das Sechsfache der jeweiligen Standardabweichung. Sie können jedoch auch einen anderen Multiplikator verwenden. Die AIAG (Automobile Industry Action Group) empfiehlt für Messsystemanalysen den Multiplikator 6, da es sich dabei um die Anzahl der Standardabweichungen handelt, mit denen 99,73 % der Streuung einer Quelle erfasst werden können. Geben Sie beispielsweise 5,15 an, um 99 % der Streuung zu erfassen.

Toleranz (Tol)

Die Toleranz gibt den Toleranzbereich der gemessenen Komponente an. Hierbei handelt es sich um die Differenz zwischen oberer und unterer Spezifikationsgrenze.

Systematische Messabweichung

Die systematische Messabweichung ist ein Maß für die Genauigkeit eines Messsystems. Die systematische Messabweichung wird als Differenz zwischen dem bekannten Standardwert eines Referenzteils und dem beobachteten Durchschnittsmesswert berechnet.

Interpretation

Im Idealfall liegt der Wert der systematischen Messabweichung nah bei 0. Werte ungleich 0 zeigen Folgendes an:
  • Eine positive systematische Messabweichung bedeutet, dass das Messgerät zu hohe Messwerte liefert.
  • Eine negative systematische Messabweichung bedeutet, dass das Messgerät zu niedrige Messwerte liefert.

Bei einem Messgerät, das präzise misst, ist die %systematische Messabweichung gering. Bestimmen Sie mit Hilfe des p-Werts, ob die systematische Messabweichung statistisch signifikant ist.

t

t ist die t-Statistik für die Alternativhypothese, dass die systematische Messabweichung ≠ 0 ist.

Beim t-Test wird diese beobachtete t-Statistik mit einem kritischen Wert aus der t-Verteilung mit (n-1) Freiheitsgraden verglichen, um zu bestimmen, ob die systematische Messabweichung im Messsystem statistisch signifikant ist.

p-Wert

Der p-Wert ist der t-Statistik zugeordnet. Er gibt die Wahrscheinlichkeit an, dass die festgestellte t-Statistik genau so groß oder größer als die berechnete t-Statistik ist, wobei angenommen wird, dass die systematische Messabweichung null ist. Mit zunehmender t-Statistik nimmt der p-Wert ab. Ein kleiner p-Wert legt nahe, dass die Annahme einer systematischen Messabweichung = 0 wahrscheinlich nicht zutreffend ist.

Cg

Cg ist ein Prozessfähigkeitsindex, mit dem der Toleranzbereich mit der Messwertstreuung von Messgerät und Prüfer verglichen wird.

Interpretation

Größere Werte von Cg weisen auf ein fähigeres System hin. Wenn Cg kleiner als der gängige Richtwert 1,33 ist, können die Teile vom Messsystem nicht beständig und genau gemessen werden.

Prozessfähigkeitsindizes werden nur berechnet, wenn der Toleranzbereich angegeben ist.

Weitere Informationen zu Cg finden Sie unter Untersuchen der Prozessfähigkeit eines Messprozesses mit einer Messsystemanalyse vom Typ 1.

Cgk

Cgk ist ein Fähigkeitsindex, der den Toleranzbereich mit der Summe von systematischer Messabweichung und Messwertstreuung von Messgerät und Prüfer vergleicht.

Interpretation

Größere Werte von Cgk weisen auf ein fähigeres System hin. Wenn Cgk kleiner als der gängige Richtwert 1,33 ist, können die Teile vom Messsystem nicht beständig und genau gemessen werden.

Die Fähigkeitsindizes werden nur berechnet, wenn der Toleranzbereich angegeben ist.

Weitere Informationen zu Cgk finden Sie unter Minitab misst die systematische Messabweichung mit der Metrik Cgk.

Auflösung

Die Auflösung ist die angegebene Auflösung des Messsystems.

Als Richtlinie gilt, dass die Auflösung nicht größer als 5 % der Toleranz sein sollte. Wenn Sie also sowohl die Auflösung als auch die Toleranz angeben, berechnet Minitab, ob die Auflösung kleiner als, größer als oder gleich 5 % der Toleranz ist.

%Var (Wiederholbarkeit)

Mit %Var für Wiederholbarkeit wird die Wiederholbarkeit des Messsystems mit der Toleranz verglichen.

%Var(Wiedhbkt u. syst Messabw)

Mit %Var für Wiederholbarkeit und systematische Messabweichung wird die Wiederholbarkeit und die systematische Messabweichung des Messsystems mit der Toleranz verglichen.

VDA 5

Hinweis

VDA 5 ist nur in der Web-App enthalten.

Kalibrierung (uCAL)
Die Kalibrierung (uCAL) ist die Unsicherheit in den Messungen aus der Kalibrierung des Referenznormals. Diese Statistik ist eine Eingabe für die Analyse. In der Regel stammt dieser Wert aus dem Kalibrierzertifikat.
Wiederholbarkeit am Referenzwert (uEVR)
Die Wiederholbarkeit am Referenzwert (uEVR) ist die Unsicherheit aus wiederholten Messungen des Referenzteils durch denselben Bediener mit demselben Gerät.
Auflösung (uRE)
Die Auflösung (uRE) ist die Unsicherheit aufgrund der Auflösung des Messgeräts. Die Analyse berechnet diese Statistik, wenn die Auflösung des Messgeräts eine Eingabe für die Analyse ist.
Syst. Messabwch. (uBI)
Syst. Messabwch. (uBI) ist die Unsicherheit in den Messungen aufgrund der Differenz zwischen der bekannten Referenzmessung und dem Durchschnitt der Messungen in der Studie.
Linearität (uLIN)
Die Linearität (uLIN) ist die Unsicherheit in den Messungen aus der Linearität. Die Linearität ist die Differenz zwischen dem Wert des Referenzteils und der durchschnittlichen Messung, die sich aus der Änderung der Bias ergibt, wenn sich der Wert des Teils ändert. Diese Statistik ist eine Eingabe für die Analyse. In der Regel stammt dieser Wert aus einer Linearitätsstudie, bei der das Referenzteil innerhalb des Messbereichs lag.
Weitere Faktoren (uREST)
Weitere Faktoren (uREST) ist die Unsicherheit in den Messungen aufgrund eines oder mehrerer zusätzlicher Faktoren. Wenn die Spezifikationen für die Analyse einen zusätzlichen Faktor enthalten, dann ist diese Unsicherheit ein Input für die Analyse. Wenn die Angaben für die Analyse mehr als einen Faktor enthalten, dann kombiniert diese Unsicherheit die Werte. Verwenden Sie z. B. die Spezifikationen für weitere Faktoren, um die Unsicherheit aufgrund der Temperatur zu berücksichtigen, wenn die Messungen größere Unterschiede aufweisen, wenn die Datenerfassung bei einer höheren Temperatur erfolgt.
Messsystem (uMS)
Das Messsystem (uMS) kombiniert alle Unsicherheitskomponenten, um die Gesamtunsicherheit aus dem Messsystem abzuschätzen.
% von Gesamt
Für jede Unsicherheitsquelle wird in der Analyse der Prozentsatz der uMS angegeben, der auf diese Quelle zurückzuführen ist. Verwenden Sie den Prozentsatz, um die Unsicherheit aus den verschiedenen Quellen zu vergleichen.
% der Toleranz (%QMS)
% der Toleranz (%QMS) kombiniert die Unsicherheit des Messsystems mit der Variation der Studie und vergleicht den Wert mit der Prozesstoleranz. %QMS ist eine gängige Methode, um zu entscheiden, ob ein Messsystem zufriedenstellend ist. In einigen Anwendungen bedeutet ein Wert von 15 % oder weniger, dass ein Messsystem zufriedenstellend ist.