Prozessfähigkeit (innerhalb) für Capability Sixpack (normal)

Hier finden Sie Definitionen und Anleitungen zur Interpretation für alle Prozessfähigkeitsstatistiken (innerhalb), die für das Capability Sixpack (Normalverteilung) bereitgestellt werden.

StdAbw (innerhalb)

Die Standardabweichung (innerhalb) ist ein Schätzwert der Streuung innerhalb der Teilgruppen. Wenn die Daten ordnungsgemäß erfasst wurden, sollte die Streuung innerhalb der Teilgruppen nicht durch Änderungen der Prozesseingaben beeinflusst werden, z. B. Werkzeugverschleiß oder unterschiedliche Materialchargen. In diesem Fall stellt die Standardabweichung (innerhalb) die natürliche, dem Prozess innewohnende Streuung über einen kurzen Zeitraum dar. Sie entspricht der potenziellen Streuung des Prozesses, die vorliegen würde, wenn Shifts und Drifts zwischen den Teilgruppen beseitigt würden.

Hinweis

Wenn Sie bei einer Prozessfähigkeitsanalyse eine Transformation der Daten durchführen, berechnet Minitab außerdem StdAbw (innerhalb)*. Hierbei handelt es sich um die Standardabweichung innerhalb der Teilgruppen der transformierten Daten.

Interpretation

Vergleichen Sie die Standardabweichung innerhalb der Teilgruppen mit der Gesamtstandardabweichung. Ein deutlicher Unterschied zwischen der Standardabweichung innerhalb der Teilgruppen und der Gesamtstandardabweichung kann darauf hinweisen, dass der Prozess nicht stabil ist oder neben der Streuung innerhalb der Teilgruppen möglicherweise andere Quellen der Streuung im Prozess vorhanden sind. Verwenden Sie eine Regelkarte, um sich zu vergewissern, dass der Prozess stabil ist, ehe Sie eine Prozessfähigkeitsanalyse ausführen.

Minitab verwendet die Standardabweichung innerhalb der Teilgruppen, um Cp, Cpk und andere Maße der potenziellen Prozessfähigkeit Ihres Prozesses zu berechnen.

Cp

Cp ist ein Maß für die potenzielle Prozessfähigkeit. Cp ist ein Verhältnis, mit dem zwei Werte verglichen werden:
  • Die Spezifikationsstreubreite (OSG – USG)
  • Die Streubreite des Prozesses (die 6σ-Streuung) auf der Grundlage der Standardabweichung innerhalb von Teilgruppen
Mit Cp wird die potenzielle Prozessfähigkeit auf der Grundlage der Streuung im Prozess ausgewertet, die Prozesslage wird hingegen nicht berücksichtigt.

Interpretation

Mit Cp können Sie die potenzielle Prozessfähigkeit Ihres Prozesses auf der Grundlage der Prozessstreubreite auswerten. Die potenzielle Prozessfähigkeit gibt die Prozessfähigkeit an, die erzielt werden könnte, wenn Shifts und Drifts im Prozess beseitigt würden.

Cp berücksichtigt nicht die Lage des Prozessmittelwerts. Cp sagt somit aus, welche potenzielle Prozessfähigkeit erreicht werden könnte, wenn der Prozess zentriert wäre. Im Allgemeinen verweisen höhere Cp-Werte auf einen fähigeren Prozess. Niedrigere Cp-Werte geben an, dass der Prozess möglicherweise verbessert werden muss.

Niedriger Cp

In diesem Beispiel ist die Spezifikationsstreubreite geringer als die Prozessstreubreite innerhalb der Teilgruppen. Daher ist Cp niedrig (0,80), und die potenzielle Prozessfähigkeit des Prozesses in Bezug auf seine Streuung ist schlecht.

Hoher Cp

In diesem Beispiel ist die Spezifikationsstreubreite wesentlich größer als die Prozessstreubreite innerhalb der Teilgruppen. Daher ist Cp hoch (2,76), und die potenzielle Prozessfähigkeit des Prozesses in Bezug auf seine Streuung ist gut.

Sie können Cp mit anderen Werten vergleichen, um weitere Informationen zur Prozessfähigkeit Ihres Prozesses zu erhalten.
  • Vergleichen Sie Cp mit einem Benchmark-Wert, um die potenzielle Prozessfähigkeit des Prozesses auszuwerten. In vielen Branchen wird der Benchmark-Wert 1,33 verwendet. Wenn Cp niedriger als der Benchmark-Wert ist, erwägen Sie, Ihren Prozess durch Verringern seiner Streuung zu verbessern.

  • Vergleichen Sie Cp und Cpk. Wenn Cp und Cpk annähernd übereinstimmen, ist der Prozess genau zwischen den Spezifikationsgrenzen zentriert. Wenn sich Cp und Cpk unterscheiden, ist der Prozess nicht zentriert.

Vorsicht

Da der Cp-Index nicht die Prozesslage berücksichtigt, gibt er keinen Aufschluss darüber, wie nahe sich der Prozess am Sollbereich befindet, der durch die Spezifikationsgrenzen festgelegt wird. Die folgenden Grafiken veranschaulichen beispielsweise zwei Prozesse, deren Cp-Werte übereinstimmen, wobei jedoch ein Prozess innerhalb und der andere Prozess außerhalb der Spezifikationsgrenzen liegt.

Cp = 3,13
Cp = 3,13

Verwenden Sie für eine vollständige und genaue Analyse Grafiken zusammen mit anderen Prozessfähigkeitsindizes (z. B. Cpk), um aus den Daten sinnvolle Schlussfolgerungen ziehen zu können.

Cpk

Cpk ist ein Maß der potenziellen Prozessfähigkeit des Prozesses und entspricht dem Minimum von CPU und CPL. Cpk ist ein Verhältnis, mit dem zwei Werte verglichen werden:
  • Der Abstand vom Prozessmittelwert zur nächstgelegenen Spezifikationsgrenze (OSG oder USG)
  • Die einseitige Streubreite des Prozesses (die 3σ-Streuung) auf der Grundlage der Standardabweichung innerhalb von Teilgruppen
Mit Cpk wird sowohl die Lage als auch die Streuung (innerhalb von Teilgruppen) des Prozesses ausgewertet.

Interpretation

Mit Cpk können Sie die potenzielle Prozessfähigkeit Ihres Prozesses auf der Grundlage von Prozesslage und Prozessstreubreite auswerten. Die potenzielle Prozessfähigkeit gibt die Prozessfähigkeit an, die erzielt werden könnte, wenn Shifts und Drifts im Prozess beseitigt würden.

Im Allgemeinen verweisen höhere Cpk-Werte auf einen fähigeren Prozess. Niedrigere Cpk-Werte geben an, dass der Prozess möglicherweise verbessert werden muss.

Niedriger Cpk

In diesem Beispiel ist der Abstand vom Prozessmittelwert zur nächstgelegenen Spezifikationsgrenze (OSG) kleiner als die einseitige Prozessstreubreite. Daher ist Cpk niedrig (0,80), und die potenzielle Prozessfähigkeit des Prozesses ist schlecht.

Hoher Cpk

In diesem Beispiel ist der Abstand vom Prozessmittelwert zur nächstgelegenen Spezifikationsgrenze (USG) größer als die einseitige Prozessstreubreite. Daher ist Cpk hoch (1,64), und die potenzielle Prozessfähigkeit des Prozesses ist gut.

Sie können Cpk mit anderen Werten vergleichen, um weitere Informationen zur Prozessfähigkeit Ihres Prozesses zu erhalten.

  • Vergleichen Sie Cpk mit einem Benchmark-Wert, der den Minimalwert darstellt, der für den Prozess akzeptabel ist. In vielen Branchen wird der Benchmark-Wert 1,33 verwendet. Wenn Cpk niedriger als der Benchmark-Wert ist, erwägen Sie Maßnahmen zur Verbesserung Ihres Prozesses, z. B. die Verringerung seiner Streuung oder einen Shift seiner Lage.

  • Vergleichen Sie Cp und Cpk. Wenn Cp und Cpk annähernd übereinstimmen, ist der Prozess genau zwischen den Spezifikationsgrenzen zentriert. Wenn sich Cp und Cpk unterscheiden, ist der Prozess nicht zentriert.

  • Vergleichen Sie Ppk und Cpk. Wenn ein Prozess statistisch beherrscht ist, sind Ppk und Cpk annähernd gleich. Die Differenz zwischen Ppk und Cpk stellt die Verbesserung der Prozessfähigkeit dar, die Sie erwarten können, wenn alle Shifts und Drifts im Prozess beseitigen würden.

Vorsicht

Der Cpk-Index stellt nur eine Seite der Prozesskurve dar und gibt keinen Aufschluss über die Leistung des Prozesses auf der anderen Seite der Prozesskurve.

Die Grafiken unten bilden beispielsweise Prozesse mit identischen Cpk-Werten ab. Ein Prozess verletzt jedoch beide Spezifikationsgrenzen, während der andere Prozess nur die untere Spezifikationsgrenze verletzt.

Cpk = Min {CPL = 4,58; CPU = 0,93} = 0,93
Cpk = CPL = CPU = 0,93

Wenn Ihr Prozess unzulängliche Teile produziert, die jenseits beider Spezifikationsgrenzen liegen, erwägen Sie, andere Indizes zu verwenden (z. B. Z.Bench), um die Prozessfähigkeit umfassender zu beurteilen.

PPM gesamt für erwartete Leistung (innerhalb)

PPM gesamt für die erwartete Leistung (innerhalb) ist die erwartete Anzahl der Teile pro Million, deren Messwerte außerhalb der Spezifikationsgrenzen liegen. Werte der erwarteten Leistung (innerhalb) werden anhand der Standardabweichung innerhalb von Teilgruppen berechnet. PPM gesamt für die erwartete Leistung (innerhalb) entspricht dem 1.000.000-fachen der Wahrscheinlichkeit, dass der Messwert eines zufällig ausgewählten Teils aus der Prozessverteilung innerhalb von Teilgruppen außerhalb der Spezifikationsgrenzen liegt.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein zufällig ausgewähltes Teil außerhalb der Spezifikationsgrenzen liegt, wird durch die eingefärbten Bereiche unterhalb der Normalverteilungskurve (innerhalb) angezeigt.

Interpretation

Mit PPM gesamt für die erwartete Leistung (innerhalb) können Sie auf der Grundlage der Streuung innerhalb der Teilgruppen die Anzahl der unzulänglichen Einheiten (ausgedrückt als Teile pro Million) schätzen, die voraussichtlich außerhalb der Spezifikationsgrenzen liegen. Werte der Leistung (innerhalb) geben die potenzielle Leistung an, die der Prozess aufweisen könnte, wenn Shifts und Drifts beseitigt würden.

Niedrigere Werte von PPM gesamt geben eine größere Prozessfähigkeit an. Im Idealfall weisen nur wenige oder überhaupt keine Teile Messwerte auf, die außerhalb der Spezifikationsgrenzen liegen.

Mit PPM können Sie auch den Prozentsatz der fehlerfreien und unzulänglichen Teile im Prozess schätzen.
PPM % unzulängliche Teile % fehlerfrei
66807 6,807% 93,193%
6210 0,621% 99,379%
233 0,0233% 99,9767%
3,4 0,00034% 99,99966%

Z.Bench für potenzielle Prozessfähigkeit (innerhalb)

Z.Bench (innerhalb) ist das Perzentil in einer Standardnormalverteilung, mit dem die geschätzte Wahrscheinlichkeit von Fehlern im Prozess in eine Wahrscheinlichkeit für den oberen Randbereich umgewandelt wird. Die Berechnung erfolgt auf der Grundlage der potenziellen Prozessleistung (innerhalb), wobei die Standardabweichung innerhalb von Teilgruppen verwendet wird.

Die Fehler für den Prozess liegen auf beiden Seiten der Spezifikationsgrenzen. Die Standardabweichungen innerhalb von Teilgruppen werden mit den Teilstrichen angegeben.

Wenn Sie alle Fehler im rechten Randbereich der Verteilung platzieren und anschließend die Anzahl der Standardabweichungen innerhalb von Teilgruppen von der Mitte (vertikale Linie) bis zu dem Punkt messen, der die Gesamtfehler darstellt, erhalten Sie den Wert von Z.Bench (innerhalb).

Hinweis

Um die Z.Bench-Maße anzuzeigen, klicken Sie beim Durchführen der Prozessfähigkeitsanalyse auf Optionen und ändern die Standardausgabe von Prozessfähigkeitsstatistiken in Benchmark-Z.

Interpretation

Mit Z.Bench (innerhalb) können Sie die potenzielle Sigma-Prozessfähigkeit Ihres Prozesses auswerten. Die potenzielle Prozessfähigkeit gibt die Prozessfähigkeit an, die erzielt werden könnte, wenn Shifts und Drifts im Prozess beseitigt würden.

Im Allgemeinen verweisen höhere Werte für Z.Bench (innerhalb) auf einen fähigeren Prozess. Niedrigere Werte geben an, dass der Prozess möglicherweise verbessert werden muss. Vergleichen Sie Z.Bench (innerhalb) nach Möglichkeit mit einem Benchmark-Wert, dem Ihre Prozesskenntnis oder Branchenstandards zugrunde liegen. Wenn der Wert für Z.Bench (innerhalb) kleiner als der Benchmark-Wert ist, erwägen Sie Maßnahmen zur Verbesserung des Prozesses.

Vergleichen Sie Z.Bench (innerhalb) mit Z.Bench (gesamt). Wenn ein Prozess statistisch beherrscht ist, sind Z.Bench (innerhalb) und Z.Bench (gesamt) annähernd gleich. Die Differenz zwischen den beiden Werten stellt die Verbesserung der Prozessfähigkeit dar, die erwartet werden kann, wenn der Prozess unter Kontrolle gebracht würde. Z.Bench (innerhalb) wird gelegentlich auch als Z.Bench (Short-Term) oder Z.Bench ST bezeichnet.

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