Schätzen von Perzentilen und Wahrscheinlichkeiten für Beschleunigte Lebensdauerprüfung

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Wenn Sie eine beschleunigte Lebensdauerprüfung durchführen, setzen Sie die Einheiten Stufen einer Beschleunigungsvariablen aus, die viel extremer als normale Betriebsbedingungen sind, um den Ausfallprozess zu beschleunigen. Verwenden Sie die Optionen im Unterdialogfeld Schätzen, um die aus dem beschleunigten Verfahren gewonnenen Informationen auf den Designwert bzw. auf die normale Betriebsbedingung zu extrapolieren.

Perzentil- und Wahrscheinlichkeitsschätzung
  • Neue Prädiktorwerte eingeben: Geben Sie neue Werte oder Spalten mit neuen Werten ein. Die Anzahl der neuen Prädiktorwerte muss gleich der Anzahl der Prädiktoren im Modell sein. Der erste Wert bzw. die erste Spalte entspricht der ersten Variablen im Modell, der zweite Wert bzw. die zweite Spalte entspricht der zweiten Variablen usw. Sie können beispielsweise den Designwert oder die normalen Betriebsbedingungen für die Einheiten eingeben.
  • Prädiktorwerte in Daten verwenden (nur speichern): Zum Schätzen der Perzentile und/oder Überlebenswahrscheinlichkeiten werden die Prädiktorwerte aus den Daten verwendet. Damit Ergebnisse berechnet werden, müssen Sie angeben, dass mindestens eines der folgenden Elemente gespeichert wird: Perzentile, Konfidenzgrenzen, Standardfehler oder Wahrscheinlichkeiten.
Perzentile für Prozentsätze schätzen
Geben Sie die Prozentsätze ein, für die Perzentile geschätzt werden sollen. Ein Prozentsatz für ein Perzentil ist der Prozentsatz von Einheiten, deren Ausfall bis zu einem bestimmten Zeitpunkt (Perzentil) erwartet wird. Daher muss jeder eingegebene Wert zwischen 0 und 100 liegen und den Prozentsatz der ausfallenden Einheiten angeben. n % der Beobachtungen liegen unter dem n-ten Perzentil und (100–n) % der Beobachtungen darüber.
In der Standardeinstellung schätzt Minitab das 50. Perzentil. Wenn Sie den Anfang, die Mitte und das Ende der Lebensdauer eines Produkts für einen bestimmten Prädiktorwert untersuchen möchten, geben Sie 10 50 90 (10., 50. und 90. Perzentil) ein. Minitab schätzt dann die Zeit, bis zu der 10 %, 50 % und 90 % der Einheiten ausgefallen sind.
Perzentile speichern
Geben Sie an, ob die Perzentile, der Standardfehler der Perzentile und die Konfidenzgrenzen für die Perzentile gespeichert werden sollen. Minitab speichert die Werte in separaten Spalten des Arbeitsblatts.
Wahrscheinlichkeiten für Zeiten schätzen
Geben Sie die Zeiten ein, für die Überlebenswahrscheinlichkeiten oder kumulierte Ausfallwahrscheinlichkeiten geschätzt werden sollen.
  • Überlebenswahrscheinlichkeiten schätzen: Der Anteil der Einheiten, die einen angegebenen Zeitpunkt überleben, wird geschätzt. Verwenden Sie diese Werte, um zu ermitteln, ob das Produkt die Zuverlässigkeitsanforderungen erfüllt, oder um die Zuverlässigkeit zweier oder mehrerer Produktdesigns zu vergleichen. Weitere Informationen finden Sie unter Was ist die Überlebenswahrscheinlichkeit?
  • Kumulierte Ausfallwahrscheinlichkeiten schätzen: Die Wahrscheinlichkeit, dass Einheiten vor einem bestimmten Zeitpunkt ausfallen, wird geschätzt. Die kumulierte Ausfallwahrscheinlichkeit ist 1 minus die Überlebenswahrscheinlichkeit.
Wahrscheinlichkeiten speichern
Geben Sie an, ob die Wahrscheinlichkeiten (Überlebenswahrscheinlichkeiten oder kumulierte Ausfallwahrscheinlichkeiten) und die Konfidenzgrenzen für die Wahrscheinlichkeiten gespeichert werden sollen. Minitab speichert die Werte in separaten Spalten des Arbeitsblatts.
Konfidenzniveau

Geben Sie ein Konfidenzniveau zwischen 0 und 100 ein. In der Regel ist ein Konfidenzniveau von 95 % gut geeignet. Ein 95%-Konfidenzniveau deutet darauf hin, dass Sie sich zu 95 % sicher sein können, dass das Intervall den tatsächlichen Parameter der Grundgesamtheit enthält. Wenn Sie beispielsweise 100 Zufallsstichproben aus der Grundgesamtheit erfasst haben, können Sie erwarten, dass Sie für ungefähr 95 Stichproben Intervalle erhalten, die den tatsächlichen Wert für den Parameter der Grundgesamtheit enthalten (wenn sämtliche Daten erfasst und analysiert werden könnten).

Ein niedrigeres Konfidenzniveau (z. B. 90 %) erzeugt ein schmaleres Konfidenzintervall und kann den benötigten Stichprobenumfang oder die erforderliche Testzeit für den Test verringern. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Konfidenzintervall den Parameter der Grundgesamtheit enthält, nimmt jedoch ab.

Ein höheres Konfidenzniveau (z. B. 99 %) steigert die Wahrscheinlichkeit, dass das Konfidenzintervall den Parameter der Grundgesamtheit enthält. Für den Test sind jedoch möglicherweise ein größerer Stichprobenumfang oder eine längere Testzeit erforderlich, wenn ein hinreichend schmales und damit aussagekräftiges Konfidenzniveau erhalten werden soll.

Konfidenzintervalle

Wählen Sie in der Dropdownliste aus, ob Minitab ein beidseitiges Konfidenzintervall (Beidseitig) oder ein einseitiges Konfidenzintervall (Untergrenze bzw. Obergrenze) anzeigen soll. Für ein einseitiges Intervall sind im Allgemeinen weniger Beobachtungen und eine kürzere Testzeit erforderlich, um die Schlussfolgerung mit statistischer Sicherheit zu ziehen. Viele Zuverlässigkeitsstandards beziehen sich auf den ungünstigsten Fall, der anhand einer Untergrenze dargestellt wird.

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