Überlegungen zu Daten für Beschleunigte Lebensdauerprüfung

Befolgen Sie beim Erfassen von Daten, Durchführen der Analyse und Interpretieren der Ergebnisse die folgenden Richtlinien, um sicherzustellen, dass die Ergebnisse gültig sind.

Die Antwortvariable sollte stetig sein
Stetige Daten sind Messwerte, die potenziell einen beliebigen numerischen Wert innerhalb eines Wertebereichs auf einer stetigen Skala annehmen können; dazu gehören auch Brüche und Dezimalzahlen. Bei einer beschleunigten Lebensdauerprüfung ist die stetige Antwortvariable häufig als Ausfallzeit jeder Einheit bei einer oder mehreren Stressstufen definiert.
Wenn Sie über eine binäre Antwortvariable mit nur zwei möglichen Ergebnissen verfügen, z. B. „Bestanden“ und „Nicht bestanden“, verwenden Sie Probit-Analyse.
Zensierte Daten müssen berücksichtigt werden

Lebensdauerdaten sind häufig zensiert, d. h., die genauen Ausfallzeiten einiger Einheiten sind unbekannt. Wenn zensierte Beobachtungen vorliegen, müssen sie in die Analyse eingebunden werden, um genaue Zuverlässigkeitsschätzwerte zu erhalten.

Kennzeichnen Sie mit der Rechtszensierung noch nicht ausgefallene Einheiten als Erfolg. Wenn Ihnen die genauen Ausfallzeiten nicht bekannt sind, berücksichtigen Sie die Unsicherheit mit Hilfe der Intervallzensierung oder Linkszensierung. Weitere Informationen finden Sie unter Zensieren von Daten.

Sie müssen über mindestens eine Beschleunigungsvariable verfügen
Sie können über zwei Prädiktoren für eine beschleunigte Lebensdauerprüfung verfügen, mindestens ein Prädiktor muss jedoch eine Beschleunigungsvariable sein. Als zweiter Prädiktor wird eine weitere Beschleunigungsvariable oder ein Faktor verwendet.
So kann beispielsweise ein Motor, der bei einem Betrieb mit der Standarddrehzahl eine durchschnittliche Lebensdauer von mehreren tausend Stunden aufweist, auf einer doppelt so hohen Beschleunigungsstressstufe getestet werden. Die Zeit bis zum Ausfall unter normalen Einsatzbedingungen kann von der erhöhten Stressstufe extrapoliert werden. Legen Sie die Stressstufen auf der Grundlage Ihrer Kenntnisse über das getestete System fest. Zu hohe Stressstufen können einen abrupten Ausfall eines Systems anstelle eines beschleunigten Verschleißes bewirken. Beispielsweise würde ein Eierkarton aus Pappe nahezu sofort zerstört, wenn er einem Belastungstest mit einem Berstdruck von mehreren hundert Kilopascal unterzogen würde. Dies böte nur einen geringen Einblick in die Festigkeit des Kartons unter Normalbedingungen. Weitere Informationen zu Stressstufen finden Sie unter Stressstufen für Testpläne für beschleunigte Lebensdauer.
Das verwendete Modell muss an die Daten angepasst sein
Wenn das angepasste Modell, das Sie auswählen, die Daten nicht angemessen darstellt, sind die Ergebnisse nicht genau. Wählen Sie das geeignete Modell anhand Ihres technischen Fachwissens über die Beziehung zwischen der Ausfallzeit und der Beschleunigungsvariablen aus. Anhand der Wahrscheinlichkeitsnetze in den Ergebnissen können Sie beurteilen, ob die Verteilung, die Beziehung für die Beschleunigungsvariable und die Annahme gleicher Formparameter (oder Skalenparameter) auf den Stufen der Beschleunigungsvariablen geeignet sind. Der entscheidende Faktor, um die Eignung des Modells bei Designtemperaturen sicherzustellen, ist jedoch technisches Fachwissen.
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