Was ist eine Regelkarte für Variablen?

Auf Regelkarten für Variablen werden stetige Messprozessdaten, z. B. Länge oder Druck, in chronologisch angeordneter Reihenfolge dargestellt. Im Gegensatz dazu werden auf Regelkarten für attributive Daten Zähldaten, z. B. die Anzahl von Fehlern oder fehlerhaften Einheiten, dargestellt. Regelkarten für Variablen erleichtern wie alle Regelkarten die Ermittlung zu untersuchender Streuungsursachen, sodass Sie Ihren Prozess anpassen können, ohne übermäßig einzugreifen.

Es gibt zwei Haupttypen von Regelkarten für Variablen: Regelkarten für in Teilgruppen erfasste Daten und Regelkarten für Einzelmesswerte.

Regelkarten für Variablen bei Daten in Teilgruppen

Jeder Punkt in der Grafik stellt eine Teilgruppe dar, d. h. eine Gruppe von Einheiten, die unter gleichen Bedingungen produziert wurde. Angenommen, Sie möchten eine bestimmte Messung Ihres Prozesses grafisch darstellen. Wenn Sie pro Stunde fünf Teile entnehmen und messen, beträgt die Teilgruppengröße 5.

Zu den Regelkarten für Variablen bei Daten in Teilgruppen zählen die X-quer-Karte, die R-Karte, die S-Karte und die Zonenkarte.

X-quer-Karte

Stellt den Prozessmittelwert in einem Zeitraum dar. Verwenden Sie diese, um die Prozessstufe zu verfolgen und das Vorliegen von Ausnahmebedingungen zu ermitteln, die den Mittelwert beeinflussen.

R-Karte

Stellt die Prozessspannweite in einem Zeitraum dar. Verwenden Sie diese, um die Prozessstreuung zu verfolgen und unerwartete Streuungen zu ermitteln.

S-Karte

Stellt die Standardabweichung des Prozesses in einem Zeitraum dar. Verwenden Sie diese, um die Prozessstreuung zu verfolgen und unerwartete Streuungen zu ermitteln.

Zonenkarte

Stellt die kumulierten Werte auf der Grundlage von „Zonen“ bei 1, 2 und 3 Standardabweichungen von der Mittellinie dar. Verwenden Sie diese, um unerwartete Streuungen zu ermitteln.

Hinweis

Minitab bietet auch mehrere kombinierte Regelkarten für Teilgruppen: X-quer/R, X-quer/S, I/MR-R/S (zwischen/innerhalb). Verwenden Sie diese Regelkarten, um gleichzeitig sowohl den Prozessmittelwert als auch die Prozessstreuung darzustellen.

Regelkarten für Variablen bei Einzelwerten

Jeder Punkt in der Grafik stellt einen einzelnen Messwert dar, daher beträgt die Teilgruppengröße 1. Einzelwertkarten werden verwendet, wenn die Messungen kostspielig sind, das Produktionsvolumen niedrig ist oder die Produkte eine lange Umlaufzeit aufweisen, z. B., um die Schlagfestigkeit von Bauteilen zu testen (zerstörende Prüfungen). Zu den Einzelwertkarten zählen die I-Karte und die MR-Karte.

I-Karte

Stellt Einzelbeobachtungen in einem Zeitraum dar. Verwenden Sie diese, um die Prozessstufe zu verfolgen und das Vorliegen von Ausnahmebedingungen zu ermitteln.

Regelkarte der gleitenden Spannweite

Stellt die gleitende Spannweite in einem Zeitraum dar. Verwenden Sie diese, um die Prozessstreuung zu verfolgen und das Vorliegen von Ausnahmebedingungen zu ermitteln.

Hinweis

Minitab bietet auch kombinierte I/MR- und Z/MR-Regelkarten für Einzelwerte. Verwenden Sie diese Regelkarten, um gleichzeitig sowohl den Prozessmittelwert als auch die Prozessstreuung darzustellen.

Weitere Typen von Regelkarten für Variablen

Minitab bietet zwei weitere Typen von Regelkarten für Variablen, die für komplexere Anwendungen vorgesehen sind:
  • Regelkarten für zeitlich gewichtete Daten: Bei diesen Regelkarten werden historische Datenpunkte verwendet, um das Erkennen kleiner Shifts in einem Prozess zu erleichtern.
  • Multivariate Regelkarten: Auf diesen Regelkarten wird der gemeinsame Einfluss korrelierter Variablen auf einen Prozess oder ein Ergebnis dargestellt.
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