Was ist eine Regelkarte für attributive Daten?

Minitab bietet eine Reihe von Regelkarten für attributive Daten, auf denen Unzulänglichkeiten (Fehler) oder unzulängliche Einheiten (fehlerhafte Einheiten) grafisch dargestellt werden. Der Begriff „Unzulänglichkeit“ bezieht sich auf ein Qualitätsmerkmal, und „unzulängliche Einheit“ bezieht sich auf das gesamte Produkt. Eine Einheit kann viele Unzulänglichkeiten aufweisen, die Einheit selbst ist jedoch entweder fehlerfrei oder unzulänglich. Zum Beispiel stellt ein Kratzer auf einer Metallplatte eine Unzulänglichkeit dar. Wenn mehrere Kratzer vorhanden sind, wird möglicherweise die gesamte Platte als unzulänglich erachtet.

Wählen Sie die Regelkarte für attributive Daten abhängig davon aus, ob Ihre Daten einer Binomialverteilung oder einer Poisson-Verteilung folgen.

Regelkarten für attributive Daten für binomialverteilte Daten

Werte in binomialverteilten Daten sind in eine von zwei Kategorien eingestuft, z. B. Bestanden/nicht bestanden oder OK/Ausschuss. Binomialdaten werden häufig verwendet, um einen Anteil oder einen Prozentsatz zu berechnen, z. B. der Prozentsatz der fehlerhaften Teile in der Stichprobe.

Unzulängliche Einheiten können entweder mit der p-Karte oder mit der np-Karte dargestellt werden. Der grundlegende Unterschied zwischen der p- und der np-Karte besteht in der vertikalen Skala.
  • Bei einer p-Karte wird auf der y-Achse der Anteil unzulänglicher Einheiten dargestellt.
  • Bei einer np-Karte wird auf der y-Achse die Anzahl unzulänglicher Einheiten dargestellt.
Die Auswahl der Regelkarte wirkt sich nicht darauf aus, welche Punkte außer Kontrolle sind.

Regelkarten für attributive Daten mit variierenden Teilgruppengrößen

Bei unterschiedlichen Teilgruppengrößen gilt Folgendes:
  • Die Eingriffsgrenzen für beide Karten variieren.
  • Die Mittellinie auf der np-Karte variiert, die Mittellinie auf der p-Karte hingegen stellt eine Gerade dar.
Durch die variierende Mittellinie ist die Karte möglicherweise schwieriger zu interpretieren. Im Allgemeinen empfiehlt es sich, bei unterschiedlichen Teilgruppengrößen auf eine p-Karte zurückzugreifen. Sie können jedoch beide Regelkarten verwenden.

Bei einer p-Karte ist die Mittellinie eine Gerade.

Bei einer np-Karte variiert die Mittellinie entsprechend der variierenden Teilgruppengröße.

Regelkarten für attributive Daten für Poisson-verteilte Daten

Werte in Poisson-verteilten Daten sind häufig Anzahlen von Fehlern oder Ereignissen. Mit Poisson-verteilten Daten werden oft Ereignisraten modelliert, z. B. Fehler pro Einheit.

Unzulängliche Einheiten können entweder mit der u-Karte oder mit der c-Karte dargestellt werden. Der grundlegende Unterschied zwischen der u- und der c-Karte besteht in der vertikalen Skala.
  • Bei einer u-Karte wird auf der y-Achse die Anzahl der Unzulänglichkeiten pro einzelner Einheit dargestellt.
  • Bei einer c-Karte wird auf der y-Achse die Anzahl der Unzulänglichkeiten pro Stichprobe dargestellt, die mehrere Einheiten umfassen kann.
Die Auswahl der Regelkarte wirkt sich nicht darauf aus, welche Punkte außer Kontrolle sind.
Hinweis

Minitab erstellt keine c-Karten für Daten, bei denen die Teilgruppen unterschiedlich viele Einheiten enthalten.

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