Interpretieren der wichtigsten Ergebnisse für Prozessfähigkeitsanalyse (normal)

Führen Sie die folgenden Schritte aus, um eine Prozessfähigkeitsanalyse bei normalverteilten Daten zu interpretieren. Zu den wichtigsten Ausgaben zählen das Histogramm, die Normalverteilungskurven und die Prozessfähigkeitsindizes.

Schritt 1: Prüfen der Daten auf Probleme

Ihr Prozess muss stabil sein, und die ursprünglichen (oder die transformierten) Prozessdaten müssen einer Normalverteilung folgen. Das Histogramm und die angepassten Normalverteilungskurven bieten eine informelle Möglichkeit, rasch eine Prüfung auf potenzielle Probleme durchzuführen.
Wichtig

Für eine gründlichere Analyse dieser Anforderungen verwenden Sie Capability Sixpack (normal).

Visuelles Prüfen der Verteilungsanpassung

Vergleichen Sie die durchgehende Kurve für gesamt mit den Balken des Histogramms, um zu untersuchen, ob die Daten annähernd normalverteilt sind. Wenn die Balken stark von der Kurve abweichen, sind die Daten möglicherweise nicht normalverteilt, und die Schätzungen der Prozessfähigkeit für den Prozess sind u. U. nicht zuverlässig. Wenn die Daten anscheinend nicht normalverteilt sind, verwenden Sie Identifikation der Verteilung, um zu ermitteln, ob Sie die Daten transformieren oder eine Nicht-Normalverteilung anpassen müssen, um die Prozessfähigkeitsanalyse auszuführen.

Gute Anpassung
Schlechte Anpassung
Hinweis

Sie können die in dieser Analyse enthaltene Option Transformieren verwenden, um nicht normalverteilte Daten zu transformieren. Wählen Sie Prozessfähigkeitsanalyse (nicht normal) aus, um eine Nicht-Normalverteilung an die Daten anzupassen.

Vergleichen der Kurve für innerhalb und gesamt

Vergleichen Sie die durchgehende Kurve für gesamt und die gestrichelte Kurve für innerhalb, um zu untersuchen, wie eng diese beieinander liegen. Ein deutlicher Unterschied zwischen den Kurven kann darauf hinweisen, dass der Prozess nicht stabil ist oder eine signifikante Streuung zwischen den Teilgruppen vorhanden ist. Verwenden Sie eine Regelkarte, um sich zu vergewissern, dass der Prozess stabil ist, ehe Sie eine Prozessfähigkeitsanalyse ausführen.

Eng beieinander liegend
Nicht eng beieinander liegend
Hinweis

Wenn Sie einen Prozess analysieren, der normalerweise eine große Streuung zwischen den Teilgruppen aufweist, wie z. B. bei einem chargenbezogenen Prozess, und die Streuung nicht auf Ausnahmebedingungen zurückzuführen ist, erwägen Sie, Prozessfähigkeitsanalyse (zwischen/innerhalb) zu verwenden.

Schritt 2: Beobachtete Leistung des Prozesses untersuchen

Untersuchen Sie die Stichprobenbeobachtungen mit Hilfe des Histogramms der Prozessfähigkeit visuell in Bezug auf die Prozessanforderungen.

Untersuchen der Prozessstreubreite

Untersuchen Sie die Daten im Histogramm visuell in Bezug auf die untere und die obere Spezifikationsgrenze. Im Idealfall ist die Streubreite der Daten geringer als die Spezifikationsstreubreite, und alle Daten liegen innerhalb der Spezifikationsgrenzen. Daten, die außerhalb der Spezifikationsgrenzen liegen, stellen unzulängliche Teile dar.

In diesem Histogramm ist die Prozessstreubreite breiter als die Spezifikationsstreubreite, was auf eine unzureichende Prozessfähigkeit hinweist. Obgleich die Mehrzahl der Daten innerhalb der Spezifikationsgrenzen liegen, gibt es unzulängliche Einheiten unter der unteren Spezifikationsgrenze (USG) und über der oberen Spezifikationsgrenze (OSG).

Hinweis

Um die tatsächliche Anzahl der unzulänglichen Einheiten im Prozess zu ermitteln, verwenden Sie die Ergebnisse für PPM < USG, PPM > OSG und PPM Gesamt. Weitere Informationen finden Sie unter „Alle Statistiken und Grafiken“.

Auswerten der Lage des Prozesses

Untersuchen Sie, ob der Prozess zwischen den Spezifikationsgrenzen oder auf den Sollwert (sofern vorhanden) zentriert ist. Die Lage der Daten befindet sich an der Spitze der Verteilungskurve; sie wird anhand des Stichprobenmittelwerts geschätzt.

In diesem Histogramm liegen zwar sämtliche Stichprobenbeobachtungen innerhalb der Spezifikationsgrenzen, die Spitze der Verteilungskurve ist jedoch nicht auf den Sollwert zentriert. Die meisten Daten liegen über dem Sollwert.

Schritt 3: Prozessfähigkeit des Prozesses auswerten

Mit den wichtigsten Prozessfähigkeitsindizes können Sie auswerten, wie gut Ihr Prozess die Anforderungen erfüllt.

Auswerten der potenziellen Prozessfähigkeit

Mit Cpk können Sie die potenzielle Prozessfähigkeit Ihres Prozesses auf der Grundlage von Prozesslage und Prozessstreubreite auswerten. Die potenzielle Prozessfähigkeit gibt die Prozessfähigkeit an, die erzielt werden könnte, wenn Shifts und Drifts im Prozess beseitigt würden.

Im Allgemeinen verweisen höhere Cpk-Werte auf einen fähigeren Prozess. Niedrigere Cpk-Werte geben an, dass der Prozess möglicherweise verbessert werden muss.

  • Vergleichen Sie Cpk mit einem Benchmark-Wert, der den Minimalwert darstellt, der für den Prozess akzeptabel ist. In vielen Branchen wird der Benchmark-Wert 1,33 verwendet. Wenn Cpk niedriger als der Benchmark-Wert ist, erwägen Sie Maßnahmen zur Verbesserung Ihres Prozesses, z. B. die Verringerung seiner Streuung oder einen Shift seiner Lage.

  • Vergleichen Sie Cp und Cpk. Wenn Cp und Cpk annähernd übereinstimmen, ist der Prozess genau zwischen den Spezifikationsgrenzen zentriert. Wenn sich Cp und Cpk unterscheiden, ist der Prozess nicht zentriert.

Wichtigstes Ergebnis: Cpk

Für diese Prozessdaten ist Cpk gleich 1,09. Da der Cpk-Wert kleiner als 1,33 ist, erfüllt die potenzielle Prozessfähigkeit des Prozesses nicht die Anforderungen. Der Prozess liegt zu dicht an der unteren Spezifikationsgrenze. Der Prozess ist nicht zentriert, so dass Cpk nicht gleich Cp (2,76) ist.

Auswerten der Gesamtprozessfähigkeit

Mit Ppk können Sie die Gesamtprozessfähigkeit Ihres Prozesses auf der Grundlage von Prozesslage und Prozessstreubreite auswerten. Die Gesamtprozessfähigkeit gibt die tatsächliche Leistung Ihres Prozesses an, die der Kunde über die Zeit wahrnimmt.

Im Allgemeinen verweisen höhere Ppk-Werte auf einen fähigeren Prozess. Niedrigere Ppk-Werte geben an, dass der Prozess möglicherweise verbessert werden muss.

  • Vergleichen Sie Ppk mit einem Benchmark-Wert, der den Minimalwert darstellt, der für den Prozess akzeptabel ist. In vielen Branchen wird der Benchmark-Wert 1,33 verwendet. Wenn Ppk niedriger als der Benchmark-Wert ist, erwägen Sie Maßnahmen zur Verbesserung Ihres Prozesses.

  • Vergleichen Sie Pp und Ppk. Wenn Pp und Ppk annähernd übereinstimmen, ist der Prozess genau zwischen den Spezifikationsgrenzen zentriert. Wenn sich Pp und Ppk unterscheiden, ist der Prozess nicht zentriert.

  • Vergleichen Sie Ppk und Cpk. Wenn ein Prozess statistisch beherrscht ist, sind Ppk und Cpk annähernd gleich. Die Differenz zwischen Ppk und Cpk stellt die Verbesserung der Prozessfähigkeit dar, die Sie erwarten können, wenn alle Shifts und Drifts im Prozess beseitigen würden.

Wichtigstes Ergebnis: Ppk

Für diese Prozessdaten ist Ppk = 0,52. Da der Ppk-Wert kleiner als 1,33 ist, erfüllt die Gesamtprozessfähigkeit des Prozesses nicht die Anforderungen. Der Prozess ist zentriert, so dass Ppk ≈ Pp (0,53). Es ist jedoch zu beobachten, dass Ppk < Cpk (0,72). Dies weist darauf hin, dass die Gesamtprozessfähigkeit verbessert werden kann, wenn die Shifts und Drifts (d. h. die Streuung zwischen den Teilgruppen) verringert werden.

Wichtig

Die Indizes Cpk und Ppk geben die Prozessfähigkeit des Prozesses nur in Bezug auf die Spezifikationsgrenze an, die dem Prozessmittelwert am nächsten liegt. Somit stellen diese Indizes nur eine Seite der Prozesskurve dar und geben keinen Aufschluss über die Leistung des Prozesses auf der anderen Seite der Prozesskurve. Wenn der Prozess unzulängliche Einheiten produziert, die außerhalb der unteren und der oberen Spezifikationsgrenze liegen, untersuchen Sie die Prozessleistung anhand weiterer Prozessfähigkeitsmaße in der Ausgabe eingehender. Weitere Informationen zu anderen Prozessfähigkeitsmaßen finden Sie unter „Alle Statistiken und Grafiken“.

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